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GrablegunDelacroix

Eugene Delacroix, Pieta
Romanik, Paris

BeweinungDürer

Albrecht Dürer, Beweinung Christi
Renaissance, Nürnberg

AuferstehungWildungen

Meister des Wittingauer Altars, Auferstehung Christi
Gotik, Prag

In den Evangelien wird davon berichtet, dass Frauen am ersten Tag der Woche (Sonntag) zum Grab gingen, um den Leichnam Jesu zu salben. Doch fanden sie das Grab leer vor, und die entscheidende Nachricht eines anwesenden Engels lautete: “Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag”

In der mittelalterlichen Kunst hat man über den Schrifttext hinaus eine Station hinzugefügt, die gleichsam zwischen dem Tod Christi und seiner Auferstehung zu verorten ist: die Trauer um den Verstorbenen im unmittelbaren Angesicht seines geschundenen Leichnams. Es war wohl das Frömmigkeitsbedürfnis, das sich nicht mit den Fakten “Tod und Auferstehung” begnügte, sondern gleichsam besondere Andachtsformen suchte, die Raum gaben, dem toten Christus Trauer und Mitleid entgegenzubringen.

So entstanden seit dem 14. Jahrhundert die beiden Ausdrucksformen der  “Beweinung Christi” und vor allem der “Pieta”:  Maria, die mater dolorosa, die Schmerzensmutter hält den Toten in ihren Armen.

Bis in unsere Zeit besinnen wir uns auf das Leiden der mater dolorosa. In einem Lied, das man in den Gottesdiensten der Heiligen Woche singt, heißt es:

“O seht die Mutter voller Schmerzen,
wie sie den Sohn in Armen  hält.
Sie fühlt das Schwert in ihrem Herzen,
trägt mit am Leid der ganzen Welt.”

Aber das Lied lenkt den Blick über das Grab hinaus auf die Auferstehung:

“Er wird der Erde übergeben,
wie man den Weizen bettet ein;
doch wird er auferstehn und leben
und über alles herrlich sein.”