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RubljowDreieinigkeit

Andrej Rubljow:
Heilige Dreifaltigkeit
um 1400
byzantinisch
Moskau, Tretjakow-Galleri
e

Vom Heiligen Geist lässt sich nur in Bildern und Symbolen sprechen - oder malen. Auf Altartafeln und Gemälden erblicken wir ihn häufig als weiße Taube in Einheit mit Gott Vater und Gott Sohn. In dieser Gestalt verkörpert er die Sanftmut und Friedfertigkeit. Aber auch die feurigen Zungen werden gemalt, die den Geist und das Pfingstereignis versinnbildlichen.

Eine Besonderheit stellt die Ikone des russischen Malers Andrej Rubljow dar. Das Motiv bezieht sich auf den Besuch der drei Männer bei Abraham, vor denen er sich zu Füßen wirft und sie dann im Singular anspricht: “Mein Herr!” (1 Mose 18,2-3). Die christliche Theologie hat darin immer schon eine Andeutung der Dreifaltigkeit erblickt.

Von der Bitte um Besuch des Heiligen Geistes, der uns erleuchtet, tröstet und innere Kraft verleiht, singen die Lieder am Pfingstfest. Das vielleicht bekannteste lautet:

Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein;
die deine Macht erschaffen hat,
erfülle uns mit deiner Gnad.

Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut,
der Seele Salbung höchstes Gut.

Zünd an in uns des Lichtes Schein,
gieß Liebe in die Herzen ein,
stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt,
dass wir geführt von deinem Licht,
in Sünd und Elend fallen nicht.