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Meister des Wittingauer Altars

1380 - 1390

Prag

Gotik

Wittinger
Frühling07 016
SchöppnigerAltar

Meister des Schöppinger Altars, Auferstehung und Pfingstwunder,

1449

Schöppingen (Westfalen)

Gotik

Frühling07 015

Traditioneller Bestandteil des  Osterfestes ist der Osterspaziergang. Goethe hat ihn in seinem “Faust” für alle Zeiten lebendig werden lassen. Auch wenn die sozialen Umstände damals andere waren als heute, so ist doch die darin enthaltene Botschaft für alle Zeiten gültig:

„Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn;
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.“

Hinter diesem österlichen Stimmungsbild verbirgt sich eine tiefe theologische Wahrheit:
„Sie feiern die Auferstehung des Herrn; Denn sie sind selber auferstanden.“
Besser könnte es kein Theologe zum Ausdruck bringen. Besser? Eher schlechter! Denn die Theologen beschäftigen sich vorwiegend mit akademischen Fragen wie:
„War das Grab leer oder nicht? Konnte man die Auferstehung sehen oder nicht?“
Dem Dichter bleibt es vorbehalten, die schlichte einfache Wahrheit über Ostern zu formulieren:
„Sie feiern die Auferstehung des Herrn; Denn sie sind selber auferstanden.“

Ostern enthält demnach nicht nur eine Aussage über Jesus, sondern zugleich auch eine über uns: Wir sind jetzt schon Auferstandene, Aufgestandene. Die Frühlings- und Auferweckungskraft Gottes bricht sich Bahn und lässt Menschen aufstehen aus gebeugter und gebückter Haltung; er schenkt ihnen Kraft, die Steine von den Gräbern der Enge und Dumpfheit wegzuwälzen und Ketten der Angst und inneren Unfreiheit zu zerbrechen.